Forschung

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems, deren Entstehung vermutlich durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren bedingt wird. Im Gegensatz zu den sog. „klassischen“ Erbleiden, die in der Regel klar definierten Erbgängen folgen, lässt sich für MS zwar ein deutlicher Einfluss von genetischen Faktoren auf das Erkrankungsrisiko belegen, aber die genaue Aufschlüsselung der genetischen Grundlagen ist nach wie vor schwierig. Neben dem lange bekannten Einfluss der immunologisch wichtigen (HLA-) Region auf Chromosom 6 des Menschen konnten in den letzten Jahren zahlreiche Gene identifiziert werden, in denen Veränderungen zum Risiko für MS beitragen; für jedes einzelne Gen scheint der Einfluss auf die Krankheitsentstehung aber eher gering zu sein. Vor allem die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen genetischen Faktoren sowie zwischen Genetik und Umweltfaktoren ist nach wie vor weitgehend ungeklärt und Gegenstand aktueller Forschung.
In Kooperation mit der Neurologie des St. Josef-Hospitals Bochum führen wir Unter-suchungen an großen Kollektiven von MS-Patienten sowie gesunden Kontrollpersonen durch, um die genetischen Grundlagen von MS weiter aufzuschlüsseln. Aktuelle Forschungsansätze umfassen hierbei

  • die Rolle des Th17-Signaltransduktionswegs bei Autoimmunerkrankungen, u.a. MS
  • die Risikoabschätzung für MS unter Berücksichtigung der bislang bekannten genetischen Variationen
  • den Einfluss genetischer Variationen auf die Wirkung medikamentöser Therapien

Ausgewählte Publikationen:

Lill CM, Liu T, Schjeide BMM, Roehr JT, Akkad DA, Damotte V, Alcina A, Ortiz MA, Arroyo R, Lopez de Lapuente A, Blaschke P, Winkelmann A, Gerdes LA, Luessi F, Fernadez O, Izquierdo G, Antigüedad A, Hoffjan S, Cournu-Rebeix I, Gromöller S, Faber H, Liebsch M, Meissner E, Chanvillard C, Touze E, Pico F, Corcia P, ANZgene Consortium, Dörner T, Steinhagen-Thiessen E, Baeckman L, Heekeren HR, Li SC, Lindenberger U, Chan A, Hartung HP, Aktas O, Lohse P, Kümpfel T, Kubisch C, Epplen JT, Zettl UK, Fontaine B, Vandenbroeck K, Matesanz F, Urcelay E, Bertram L, Zipp F. Closing the case of APOE in multiple sclerosis:No association with disease risk in over 29,000 subjects. Journal of Medical Genetics. 2012. in press. 

Lill CM, Schjeide BM, Akkad DA, Blaschke P, Winkelmann A, Gerdes LA, Hoffjan S, Luessi F, Dörner T, Li SC, Steinhagen-Thiessen E, Lindenberger U, Chan A, Hartung HP, Aktas O, Lohse P, Kümpfel T, Kubisch C, Epplen JT, Zettl UK, Bertram L, Zipp F. Independent replication of STAT3 association with multiple sclerosis risk in a large German case-control sample. Neurogenetics 2012; 13:83-6.

Rey LK, Wieczorek S, Akkad DA, Linker RA, Chan A, Hoffjan S: Polymorphisms in genes encoding leptin, ghrelin and their receptors in German multiple sclerosis patients. Mol Cell Probes 2011; 25:255-9.

Hoffjan S, Akkad DA: The genetics of multiple sclerosis: an update 2010. Mol Cell Probes 2010; 24:237-243.

Akkad DA, Hoffjan S, Petrasch-Parwez E, Beygo J, Gold R, Epplen JT: Variation in the IL7RA and IL2RA genes in German multiple sclerosis patients. J Autoimmun 2009; 32:110-115.

Akkad DA, Arning L, Ibrahim SM, Epplen JT: Sex specifically associated promoter polymorphism in multiple sclerosis affects interleukin 4 expression levels. Genes Immun 2007; 8:703-6.

 

 

Ansprechpartner

  • PD Dr. med. Sabine Hoffjan 
    Humangenetik
    Gebäude MA 5
    Ruhr-Universität
    Universitätsstraße 150
    44801 Bochum

    Tel.: +49 (0)234/32-23823
    Fax: +49 (0)234/32-14196
    sabine.hoffjan@rub.de